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// Masterarbeit – Oktober 2014 bis Juli 2015

Bis dass der Montag uns scheidet. – Eine empirische Studie zur digitalen Telekommunikation in Fernbeziehungen.

Die technische Revolution ist längst auf dem Massenmarkt angekommen und schreitet unaufhaltsam voran. Zu groß sind die offensichtlichen Vorteile durch die Nutzung digitaler Endgeräte. Ausdruck dieser relativ weit verankerten Technologie-Mentalität findet sich auch in unserer alltäglichen Kommunikation. Insbesondere in der mit den Menschen die uns am Meisten bedeuten.

 

Doch was ist, wenn eine direkte Kommunikation mit diesen Menschen nicht möglich ist, weil sie in einer anderen Stadt leben?

  • Wie entstehen Fernbeziehungen und was unterscheidet sie von „normalen“ Beziehungen?
  • Wo liegen die Ursachen dafür begründet und wie sieht die gesellschaftliche Verteilung aus?
  • Bringt diese Beziehungsform eventuell irgendwelche Vor- oder Nachteile mit sich?

Manche Menschen empfinden die Distanz zwischen sich und ihrem Partner als romantisch und stilisieren sie als etwas Besonderes. Für andere ist die stetige Sehnsucht der größte Schmerz.A4_quer_Poster

  • Wer sind Fernliebende?
  • Durch welche Bedürfnisse, Wünsche oder Verhaltensweisen sind sie gekennzeichnet?
  • Und wie erfolgt gegenwärtig die zwischenmenschliche Kommunikation bei Fernbeziehungspaaren hinsichtlich der Einbindung in ihren jeweiligen Alltag?
  • Gibt es dabei Rituale oder erkennbare Muster?

 

Die Kommunikation ist für den Menschen und das menschliche Dasein an sich unverzichtbar und das wechselseitige Gespräch bildet dabei die ursprüngliche Form, wohingegen die Kommunikation mittels Medien lediglich eine Modifikation der Ausgangsform darstellt. Hinzu kommt die Kernthese der Netzwissenschaft, die besagt, dass das Web immer nur eine Reflexion von Dingen sei, die auch in der analogen Welt stattfinden.A4_quer_Poster3

Technische Innovationen sind dazu in der Lage, mit der analogen Welt zu spielen, diese zu abstrahieren oder zu verfremden und so zu einer multisensualen Online-Erlebniswelt beizutragen, die eine neue, sinnlich wahrnehmbare Dimension erschafft. Gefordert war demnach die Erzeugung virtueller oder augmenter Realität in der technischen Reproduzierbarkeit der Face-to-Face-Kommunikation im Cyberspace.
Dabei stützte ich mich auf einen Trend, der sich zwar gegen die rasche Digitalisierung der Gesellschaft stemmt, jedoch eine zunehmende Sinnlichkeit in der Kommunikation und eine Erfahrbar- und Erfühlbarkeit des Cyberspace fordert.

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Im Forschungsprozess stand die Schnittstelle zwischen Designwissenschaft und Wahrnehmung im Fokus.

Wie können beide Disziplinen genutzt werden, um einen benutzerorientierten Fokus zu kreieren, der ein optimales Verhältnis zwischen Medientechnologie und Perzeptions- und Rezeptionsprozessen ermöglicht?

Final entstanden so drei unterschiedliche Konzeptansätze, die auf visionärer Ebene versuchten, einen Beitrag zur Beantwortung der Frage nach einer neuen Dimension der Sinnlichkeit in der digitalen Kommunikation zu finden.
Exemplarisch wurde eine dieser Ideen präziser ausgearbeitet und soll als Zukunftsvision dienen. Touch & Talk. Diese technische Vision dient der Generierung von Intimität durch die Reproduktion einer nachvollziehbaren Auswahl an Sinnlichkeiten die dem Rezipientenpaar suggeriert, es befände sich in einer pseudo-realen Wirklichkeit.

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